Home Robots

Ein technischer Trend, den ich mit großem Interesse (nur leider mit wenig Konsequenz) verfolge, sind “Home Robots”, wie ich sie nennen möchte. Getarnt hinter ziemlich niedlichen Äußeren sollen kleine, datensammelwütige KIs unsere Wohnzimmer erobern – und ich bin mir ziemlich sicher, das sie das in den nächsten 5 Jahren ungefähr genauso rasend wie Smartphones tun werden.

 

Es gibt da zum Beispiel Ulo. Ulo ist eine sehr süße Eule Überwachungskamera mit Motion Detection und der Fähigkeit Fotos und Live Streams  zu seinem Besitzer zu schicken. Es kommuniziert dabei über Augenausdrücke – Ist Ulo im Überwachungsmodus, schaut es sich skeptisch um; ist die Batterie fast leer, klappen ihm die Augen zu.

Darüber hinaus kann Ulo – natürlich! – mit anderen Devices verbunden werden, so wie es jetzt schon üblich ist. Dadurch kann seine Fähigkeiten- und Funktionspalette ordentlich erweitert werden. Die Kickstarter Seite bietet da einige Beispiele: Verbunden mit einem Wetterdienst im Internet, hast du eine grummelige Eule, wenn es regnet. Oder sie schaltet dir das Licht an, wenn du nach Hause kommst. Oder irgendwer anders.

 

Ein weiteres Projekt ist Jibo. Jibo geht ein ganzes Stück weiter als Ulo und ersetzt in seiner Funktionalität das Allrounderdevice, also Tablet oder Smartphone, für zuhause, indem er Nachrichten empfängt, das Wetter kennt, Bestellungen tätigen kann. Und er möchte viel mehr als das sein; im Trailer wird er als Buddy vorgestellt, als Konnektor zwischen Menschen und selbst als “Part of the Family”. Auch bei Jibo haben sich die Designer Mühe gegeben, ihn möglichst niedlich und freundlich wirken zu lassen.

 

Beide Projekte (und es wird wohl noch einen ganzen Haufen mehr da draußen geben) haben einige Dinge gemein: Die Devices wirken freundlich und niedlich, sie sind Connected Devices und können mit allerhand anderer Technik agieren und sie sammeln Daten wie wild.

Ulo schickt dabei, zumindest laut Hersteller, keinerlei Daten an einen externen Server, sondern ausschließlich an das mit ihm verbundene Device, also dein Smartphone. Außerdem sollen die Videos, die aufgenommen werden, nach einigen Minuten wieder gelöscht werden. Jibo tut das leider nicht – er backuppt sich selbstständig in einen externen Cloudserver, mitsamt all den Dingen, die er gelernt hat. Das ist unter anderem dein Gesicht und deine Stimme und vermutlich auch so unwichtige Dinge wie dein Terminkalender, wer dich anruft, wann du zuhause bist, was du im Internet bestellst, wer dich besucht undsoweiter. Auf der Indiegogo Seite zum Projekt wird zwar die Sicherheit der Daten groß geschrieben, aber ein in der USA sesshaftes Unternehmen . . .

 

Ich bin von dieser technischen Entwicklung sehr angetan, weil ich denke, das solche schlauen Home Robots in sehr vielen Bereichen unser Leben vereinfachen, verbessern und bereichern können. Ich habe allerdings Angst vor den Daten, die dabei entstehen und in der Weltgeschichte rumgeschickt werden. Und ich habe etwas Sorge, was diese menschliche Art und Weise von Geräten für uns auf lange Sicht bedeutet. Ich bin in allen Fällen überzeugt davon, das diese kleinen, niedlichen Dinger erneut einen ziemlichen Technologieumbruch mit sich bringen werden und gespannt, was uns noch erwartet.