Review: Plantera

Plantera ist ein Clickergame für den PC, indem es darum geht, eine Farm anzulegen und seine Ernte – per Mausklicks – einzuholen und zu verkaufen. Wie bei Clickergames üblich geht das Spiel auch weiter, wenn es ausgeschaltet ist und lädt dazu ein, ab und an mal bei seiner Farm hereinzuschauen, ohne Stunden damit zu verbringen. Das 3€ leichte Spielchen zielt vor allem auf Spieler, die eine bunte Zwischenbeschäftigung suchen und etwas für niedliche Tierchen und Gartenbau übrig haben.

Das Setting

Eine Story gibt das Spiel nicht her, vom Setting her setzt es auf bunte und liebenswerte Grafiken, untermalt von schicker, fröhlicher Klimpermusik. Neben den Beeten, Sträuchern und Bäumen, die man pflanzen kann, stehen vor allem die kleinen blauen Helferlein im Mittelpunkt, die dabei helfen, die Ernte einzufahren. Außerdem gibt es eine Palette von Tierchen, die ohne jedes zutun ihre Produkte produzieren.

Einstieg und Interface

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Das Interface erscheint sehr aufgeräumt und touchscreenorientiert. Neben der Statusleiste, die Level, Erfahrung und den Münzenstand anzeigt, gibt es einen Button fürs Menü sowie einen kleinen Pfeil, der das Kaufmenü aufklappt. Im Kaufmenü hat man dann wiederrum die Wahl zwischen verschiedenen Reitern und riesigen Knöpfen, die reichlich selbsterklärend die verschiedenen Beackerungsmöglichkeiten anbieten.

Es gibt zu Beginn des Spiels keine schriftlichen Erklärungen – insgesamt hält sich das Spiel mit Worten sehr zurück – man muss sich das Kaufmenü jedoch per Klick auf leuchtende Schmetterlinge freischalten. Und auch dann hat man nur eine einzige Kaufwahl, die man sich gerade-so-eben leisten kann. Viel mehr gibt es hier auch nicht zu erklären: Klicke Sachen an, kriege Münzen dafür, kaufe damit ein.

Das Gameplay

Die Features

Pflanzen und Tiere produzieren Güter, die per Klick gepflückt und eingesammelt werden müssen – soweit das Clickerprinzip. Sie werden teurer, je mehr man davon auf der Farm stehen hat: Es ist also schwierig, einfach die Besten Bäume (die, die pro Frucht am meisten Gewinn bringen) zu pflanzen und man muss ein bisschen managen, was man pflanzt, um den besten Gewinn innerhalb seines Budgets zu erzielen. Dazu kommt nur ein begrenzter Gartenplatz.

Daneben muss meinen seinen Garten vor gefräßigen Gesocks verteidigen, indem man sie – Überraschung! – anklickt, bevor sie mit der Ernte flüchten können.

Eine kleine Besonderheit bietet Plantera noch: Das Spiel läuft offline nicht unbegrenzt weiter. Die Helferlein arbeiten nur eine begrenzte Zeit – zu Beginn eine Stunde – im ausgeschalteten Modus weiter. Diese Zeitspanne kann man kostspielig aber dauerhaft erhöhen.

Das Gameplay

Ziel des Spiels ist es natürlich, möglichst viel Münzen zu sammeln, den Garten zu erweitern und neue Pflanzen und Tiere zu kaufen um wiederrum noch reicher zu werden. Die über Level freizuschaltenden Inhalte des Shops waren innerhalb etwa einer halben Stunde aktiven Spielens und 6 Stunden offline Spiel erreicht und boten entsprechend nur sehr kurz Anreiz, Fortschritte zu erzielen.

Das Spiel wird reichlich schnell sehr wuselig und voll, was dazu führt, das die bösen Tierchen teilweise hinter den eigenen verschwinden und man sich wahllos durch die Menge klickend fortbewegt. Auch der Entspannungsfaktor, den ich mir von einem Gartenbau-Spiel erhoffe, geht da etwas unter.

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Die Erfolge bei Steam zeigen gut, worum es in Plantera geht: Sie zielen vor allem auf Häufigkeiten ab. Vertreibe 100 Hasen, Verdiene 100k Münzen undsoweiter. Das lässt schon erahnen, das das Spielerlebnis wenig Abwechslung bietet und das Maximum an Inhalt schnell erreicht ist.

Fazit

Ich finde es schwer, Spiele zu bewerten, die so günstig sind, da Preis und Erwartung natürlich bis zu einem gewissen Grad miteinander zusammenhängen. Gerade wenn man bedenkt, wieviel Unterhaltung man sonst für 3 € bekommt, kann man mit solchen Spielen ja „nichts falsch machen“, solang sie einem etwas Spaß bringen. Bei einem Spiel mit einem Preis von 5-7 Euro erwarte ich mir einen vergnüglichen Abend, sprich 1 bis 4 unterhaltsame Stunden, je nach Spielprinzip. Auch wenn Plantera günstiger ist, werde ich diesen Rahmen ansetzen.

Plantera ist wirklich „nur“ ein Clickerspiel mit Farmer-Theme, kein Farmer-Spiel mit Clickerelementen, was ich mir erhofft hatte. Es gibt keine Produktionsketten, Verbesserung der Ernte, keine Weiterverarbeitungs- oder Handelsmöglichkeiten. Alles, was man tut, ist eine begrenzte Auswahl an Feldern, Büschen und Bäumen zu pflanzen und seinen kleinen blauen Männchen dabei zuzusehen, wie sie sich abrackern. Leider stellen sie sich dabei teilweise etwas dumm an und lassen Ernte liegen, um ein Teil am anderen Ende des Gartens aufzusammeln.

Der Entspannungswert leidet etwas unter dem unübersichtlichen Gewusel, dafür ist der Niedlichkeitsfaktor reichlich hoch. Wer sich mit repetiven Gameplay, generell dem Clickergenre und sehr schnuffig-bunter Grafik anfreunden kann und gern dem bunten Treiben zuschaut, für den ist Plantera vielleicht genau das Richtige.

Für den Abend, den ich mir an Bespaßung erhofft hatte, hat es fast gereicht. Und vielleicht schau ich ja auch noch einmal Morgen rein. Ich hätte mir mehr oder schwerer freispielbare Inhalte gewünscht, auf die ich mich auch noch nach dem zweiten oder dritten Tag freuen kann – nur auf die Erweiterung des jetzt schon recht endlosen Gartens hinzuspielen bietet mir persönlich leider zu wenig Motivation.

Plantera bietet ein solides Clickergameplay ohne große weitere Features.

 

sterne3

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